Programm 2012/ ZURÜCK ZUM "NATÜRLICHEN" ERZÄHLEN?

Zurück zum "natürlichen" Erzählen? - Nonlinearität zwischen Modeerscheinung und Fortschritt
Saal 2, 17:45 - 19:00 Uhr

 

GESPRÄCH

Viele Filmemacher fühlen sich durch die Konventionen der klassischen Drei-Akt-Struktur in ein zu enges Korsett gepresst. Entsprechend befreiend wirkte im Laufe der Neunziger Jahre die unorthodoxe Erzählweise von Filmen wie „Pulp Fiction“, „Magnolia“ oder „Amores Perros“. Die Aufhebung der linearen Kontinuität war nicht gänzlich neu, erschien aber in einer zunehmend komplexen und globalisierten Welt als eine zeitgemäße Form des Erzählens. Der postmodern modulierten Neu-Kombination von Raum, Zeit und Handlung gehörte – so schien es – die Zukunft.

Tatsächlich war das internationale Filmgeschäft viele Jahre maßgeblich davon geprägt. Mit Erfolgsfilmen wie „Matrix“, „Babel“ oder „Inception“ erreichten nonlineare Erzählweisen auch das breite Publikum in Multiplexen wie Arthousekinos. Inzwischen allerdings ergibt sich ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite gibt es immer weniger nonlinear erzählte Kinofilme, die starke Beachtung finden. Der deutsche Kinofilm hat mit wenigen Ausnahmen wie „Lola rennt“ oder „Auf der anderen Seite“ in dieser Hinsicht insgesamt keine maßgebliche Rolle gespielt. Auf der anderen Seite sind Seminare und Lehrveranstaltungen zu nonlinearen Erzählformen außerordentlich beliebt.

Wie erklärt sich diese Diskrepanz zwischen praktischem Bedeutungsverlust und theoretischer Brisanz? Wie ist die Bedeutung von zerstückelten, fragmentierten und unorthodox zusammengesetzten Dramaturgien für das aktuelle deutsche Filmschaffen einzuschätzen? Für welche Stoffe sind diese Erzählweisen auch weiterhin interessant? Welche möglichen Wirkungsproblemevor allem emotionaler Art – stehen der Nonlinearität grundsätzlich im Weg?
Über diese Fragen diskutiert die Regisseurin, Autorin und Produzentin Feo Aladag („Die Fremde“) mit dem Dramaturgen Norbert Maass, aber auch mit dem Publikum.

 

GAST:
Feo Aladag (Regisseurin, Autorin, Produzentin)

MODERATION:
Norbert Maass (Script Consultant, VEDRA)

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