Programm 2012/ DIE AUSNAHME UND DIE REGEL

Die Ausnahme und die Regel - Dramaturgie jenseits des Standards
Saal 3, 09:45 - 11:00 Uhr

 

VORTRAG MIT FILMBEISPIELEN

In den letzten Jahren kommen vermehrt Filme ins Kino, die im dramaturgischen Aufbau bestimmten scheinbar in Stein gemeißelten Grundannahmen der Drehbuchlehre widersprechen. „Nader und Simin“, „Tree of Life“, „Melancholia“, „Contagion“ oder „Das weiße Band“ sind Filme, bei denen schon der oberflächliche Blick auf die Struktur zeigt, dass bestimmte Standards der Drehbuchlehre nicht erfüllt werden: entweder es gibt kein klares „äußeres Ziel“, oder keine klare Hauptfigur, oder keine klar erkennbare Drei-Akt-Struktur. Dennoch haben all die genannten Filme nicht nur künstlerische Anerkennung, sondern auch ein z.T. sogar sehr großes Publikum gefunden. Ganz besonders eklatant ist das beim absoluten Publikumshit des letzten Jahres erkennbar: auch „Ziemlich beste Freunde“ kann kaum als regelkonform aufgebautes Drehbuch bezeichnet werden – und dennoch hat der Film die Herzen des Publikums erobert. Was also ist anders an diesen Beispielen? Wo bedarf die klassische Drehbuchlehre Korrekturen? Und gibt es nicht vielleicht doch Gemeinsamkeiten, die uns erklären, warum solch unkonventionell aufgebaute Werke am Ende doch wirksame Filme werden konnten? Der Vortrag von Roland Zag versucht, Gedanken, die Dagmar Benke bereits 2002 in ihrem Buch „Freistil“ geäußert hat, weiter zu denken, und so eine Typologie der zeitgenössischen innovativen dramaturgischen Ansätze zu entwickeln.

 

MODERATION:
Roland Zag (The human factor, VeDRA)

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