Programm 2012/ DEPRESSION UND SCHIZOPHRENIE

Depression und Schizophrenie - Dramaturgische Probleme bei der Darstellung seelischer Krankheiten
Saal 3, 11:30 - 12:45 Uhr

 

VORTRAG MIT FILMBEISPIELEN

Psychische Krankheiten stellen besonders schwere Anforderungen an das filmisch wirksame Erzählen. Viele Elemente der Krankheitsrealität sind unsichtbar oder unberechenbar und bereiten der dramaturgischen Gestaltung sowie dem Publikumsverständnis Mühe. Gleichzeitig sorgen einige Aspekte bei seelisch kranken Figuren für ein Spannungspotential, das entweder als stereotyp aber auch als reizvoll wahrgenommen werden kann. Fragen nach der Ursache der Krankheit und ihrer Heilbarkeit setzen dem filmischen Umgang mit Symptomatiken dieser Art zudem Grenzen. Das gilt sowohl in Bezug auf die Motivation der Figuren als auch auf die Auflösung der Geschichte.

Ungeachtet dieser Schwierigkeiten haben Figuren, Themen und Bilder des „Verrückten“ bzw. des „Anderen“ Filmemacher von Anbeginn an fasziniert. Das ist naheliegend, da audio-visuelle Medien hervorragend geeignet sind, um Wahnvorstellungen oder Ängste sichtbar zu machen. Der Zuschauer kann zudem starke Empathie mit Figuren entwickeln, die unter psychischen Defekten leiden. Das Potential für innere und daraus resultierende äußere Konflikte ist besonders hoch und steigert die dramatische wie emotionale Wirkung. Allerdings zeigt sich, dass die tatsächliche Publikumsresonanz vom Krankheitstyp und der jeweiligen Machart abhängt.

Am Beispiel von Depression und Schizophrenie wollen wir deutlich machen, welche unterschiedlichen dramaturgischen Probleme die Darstellung psychischer Krankheiten erzeugt und welche filmisch wirksamen Lösungen sich als sinnvoll erweisen. Zum Thema Depression analysieren wir „Das Fremde in mir“ (Regie: Emily Atef; Drehbuch: Esther Bernstorff und Emily Atef) sowie „Helen“ von Sandra Nettelbeck; zum Thema Schizophrenie „Das weisse Rauschen“ u.a. von Hans Weingartner sowie „A Beautiful Mind“ (Regie: Ron Howard; Drehbuch: Akiva Goldsman).

 

MODERATION:
Dr. Eva-Maria Fahmüller (Dramaturgin, Dozentin, VeDRA)
Norbert Maass (Script Consultant, VeDRA)

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