Programm 2011 / Erzählen zwischen Europa und Afrika

Erzählen zwischen Europa und Afrika
Saal 3, 15.45 - 17.00 Uhr

 

VORTRAG/ GESPRÄCH MIT DEM PUBLIKUM

Afrikanische Erzählkultur basiert eher auf einer oralen Tradition des Geschichtenerzählens. Dabei stehen weniger einsame, auf sich selbst gestellt Helden im Zentrum, die Hindernisse überwinden müssen, um ein Ziel zu erreichen. Vielmehr werden die Protagonisten in einem Geflecht von Beziehungen zu Traditionen, Familien und Stamm erzählt. Nur mit Hilfe dieser Familienstrukturen ist es den Helden möglich seine soziale Situation zu verändern. Das amerikanische Konzept von einem Helden und einem Ziel passt nicht auf den afrikanischen Markt. Auch die klassische dramatische Erzählform, die dem Heldenmodell zugrunde liegt, wurzelt nicht in der afrikanischen Kultur. Hier sind das Zuhören und das mündliche Erzählen noch weit verbreitet. Diese Tradition bringt eine andere, mehr episodische Struktur der Geschichten mit sich. Diese Erzählkultur ist mit der europäischen, vor allem mit der ost-europäischen Tradition verwandt. In Kulturen, die nicht von der amerikanischen Film- und Lebenstradition dominiert sind, erfreuen sich episch - episodische Erzählungen großer Beliebtheit. So z.B. auch im indischen Kino.

 

GÄSTE:
---

MODERATION:
Jürgen Seidler (Dramaturg, VeDRA)

 

Zurück zum Programm