Programm 2011 / Dramödie

Die »Dramödie« - ein Erfolgsmodell fürs Kino?
Saal 2, 12.00 - 13.15 Uhr

 

PODIUMSDISKUSSION

Viele der deutschen Kinoerfolge der letzten Zeit liegen genau am Übergang zwischen ernstem Drama und leichtgewichtiger Komödie. »Kirschblüten«, »Die Friseuse«, »Vincent will meer« behandeln schwere Themen, die zwischenzeitlich eher leicht verpackt erscheinen.
Auch »Renn wenn du kannst« von Dietrich Brüggemann und »Polnische Ostern« von Jakob Ziemnicki behandeln Themen am Rande der Tragödie: die unglückliche Liebe eines jungen Mannes, der seit einem schweren Unfall querschnittsgelähmt ist (»Renn wenn du kannst«) schlägt ausgesprochen düstere Töne an, streift aber auch Bereiche der schwerelos-ausgelassenen Komödie. Die Geschichte des Polen-Hassers, der sein Enkelkind aus den Händen von dessen polnischem Vater befreien will (»Polnische Ostern«) ist aufgrund der nationaler Empfindlichkeiten gallig-bitter grundiert, findet aber immer wieder zu ausgesprochen komischen Sequenzen.
Im Gespräch mit Dietrich Brüggemann und Jakob Ziemnicki sollen in dieser Veranstaltung Fragen des tragikomischen Erzählens behandelt werden: wie »tief« dürfen in diesem Genre Verletzungen und Nöte der Protagonisten verhandelt werden? Wie »leicht« kann der Tonfall zwischendurch werden? Wo sind innerhalb der dramaturgischen Bögen steigende oder fallende Kurven angebracht? Und wie bringt man die unterschiedlichen Tonalitäten zu einer geschlossenen Ganzheit zusammen?
Als Nebenaspekt soll auch die Frage behandelt werden, wie sehr hier die Gesetze von Kino und TV kompatibel sind bzw. sich gegenseitig behindern oder gar ausschließen.
Die Veranstaltung versucht, das Wesen des »tragischen« bzw. des »komödiantischen« Erzählens zu vertiefen und soll dem Publikum wesentliche Impulse vermitteln, wie sich diese beiden Elemente miteinander verbinden lassen.

 

GÄSTE:
Dietrich Brüggemann (RENN WENN DU KANNST, Buch / Regie)
Jakob Ziemnicki (POLNISCHE OSTERN, Buch / Regie)
Anna Brüggemann (RENN WENN DU KANNST, Buch / Darstellerin)- angefragt
Katrin Milhahn (Autorin) - angefragt

MODERATION:
Roland Zag (the human factor, VeDRA)

 

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