Programm 2010 / Dokumentarfilm

DRAMATISIERTE WIRKLICHKEIT - DRAMATURGISCHE ARBEIT IM DOKUMENTARFILM
Einstein-Saal, 14.15 - 15.30 Uhr

 

Werkstattgespräch

 

Bereits mit dem Treatment für ein Dokumentarfilmvorhaben müssen gewisse Erzählhaltungen und -perspektiven entschieden werden, es enthält Hinweise auf Genre und Orchestrierung der Protagonisten im Rahmen eines gewählten Sujets. An dieses Papier sind ggfFörderzusagen und damit Erwartungen gebunden. Wie kann ein Dramaturg im Dialog mit den Filmemachern helfen, bereits in der Vorbereitungsphase mehr Klarheit in die Mutmaßungen über das zukünftige Material zu bringen? Denn Mutmaßung werden alle Überlegungen zu einem guten Teil bleiben: Beginnen die Dreharbeiten, schreibt sich das Buch des Dokumentarfilms neu, aufgezeichnet von Protagonist und Team, ausgestattet mit einer Fülle neuer Details und Ebenen. Das gedrehte Material bietet als Ausschnitt dramatisierter Realität, als Ansammlung von Momentaufnahmen verschiedener Beziehungen, Emotionen und Anliegen mannigfaltige Möglichkeiten. Welchen Strang aufnehmen, welcher Ebene nachspüren, welche Haltung einnehmen? Im Schneideraum erfährt die Wirklichkeit ihr Arrangement und entscheidet sich im Prozess der Montage die endgültige Dramaturgie.

 

GÄSTE:
Gesa Marten (Editorin/Dramaturgin)
Sebastian Stobbe (Dramaturg)

MODERATION:
Kyra Scheurer (VeDRA)