Programm 2010 / Ambivalente Hauptfiguren in der Fernsehserie

AMBIVALENTE HAUPTFIGUREN IN DER FERNSEHSERIE
Kepler-Saal, 15.45 - 17.00 Uhr

 

Paneldiskussion mit Filmausschnitten

 

Nach der Case Study eines Einzelstücks („SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE“) nun zur Serie: Im Einzelstück können wir uns noch auf die pathologische Studie eines sensationellen Einzelfalles oder die filmkünstlerische Freiheit berufen (z.B. „MONSTER“, „DER TOTMACHER“). Mit welchen dramaturgischen Mitteln gelingt es jedoch über mehrere Staffeln hinweg, ein größeres Publikum an eine negative Hauptfigur zu binden? Was für genrespezifische Möglichkeiten bieten Drama und Comedy beim Schreiben? Und wie weit kann man mit der Negativität gehen?

In deutschen Redaktionshäusern ist es geradezu unmöglich einen Protagonisten durchzusetzen, dessen Motive und Handlungen ethisch fragwürdig sind. Dennoch wurde der Serienheld STROMBERGder schrecklichste Chef der Welt, zum Idol einer umfangreichen Fangemeinde. Die vierte Staffel sorgte dieses Jahr für den Durchbruch in den Mainstream und stellt unter Beweis, dass es möglich ist, sich von seinem angelsächsischen Vorbild freizuschwimmen. Wo liegt hier das Geheimnis der Figurenzeichnung?

Amerikanische Serien haben in den letzten Jahren die Grenzen ausgelotet: DR. HOUSE ist aus ethischer wie menschlicher Sicht geradezu ein Musterbeispiel für „Ambivalenz“. In DEXTER ist der Protagonist ein pathologischer Serienmörder. THE SHIELD stellt einen korrupten Polizisten in den Mittelpunkt. Wie wird Empathie erweckt für einen gefühllosen Killer? In welche Beziehung treten wir als Zuschauer hier mit dem „Bösen“?

Im Gespräch mit dem Filmjournalisten Dr. Sascha Seiler, Herausgeber der Essaysammlung  „Was bisher geschah…“ zum seriellen Erzählen im US Fernsehen,  und der Dramaturgin der Serie STROMBERG , Mika Kallwass, untersuchen Volker Kellner und Dr. Rüdiger Hillmer die Wirkungsweisen erfolgreicher Serien mit ambivalenten Helden.

 

GÄSTE:
Dr. Sascha Seiler, Kulturwissenschaftler und Filmjournalist: „Was bisher geschah…“
Mika Kallwass, Dramaturgin „Stromberg“ (VeDRA)

MODERATION:
Volker Kellner (VeDRA)

Rüdiger Hillmer (VeDRA)