Programm 2009 / Ab in die Fortbildung!

8.1 | Ab in die Fortbildung!

Wohin entwickelt sich die Drehbuchlehre?

Raum 1 | 17.30 - 19.00 Uhr

Grundkurse, Autorenschulen, Werkstätten und dazu einen in der Regel mehrjährigen Drehbuch-Studiengang an jeder Filmhochschule: Für die Ausbildung von Autoren und Dramaturgen scheint gesorgt. Aber wird nicht immer nur dasselbe Basiswissen vermittelt? Aber wissen wir wirklich genug über die Wirkungsweise von Dramaturgie? Wird die fortgeschrittene Dramaturgie in ausreichendem Maße berücksichtigt? Wie wird der Bedarf von der Zielgruppe eingeschätzt?

PANELDISKUSSION
Dr. Eva-Maria Fahmüller, Dramaturgin, Master School Drehbuch (VeDRA)
Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, Professorin für AV-Mediendramaturgie/-Ästhetik, HFF Konrad Wolf, Potsdam (VeDRA)
Oliver Schütte, Autor / Dramaturg
André Georgi, Autor, »Old School – New School«

 

FilmStoffEntwicklung-2009 ab-in-die-fortbildung

 

Was wissen wir bislang über das Verhältnis von Machart und Wirkung von Filmgeschichten? Sind Genres, Themenwahl, Spannungstechniken, Dialoggestaltung, Figuren-Beziehungen und -Entwicklung (um nur Beispiele zu nennen) ausreichend analysiert, diskutiert und entsprechend unterrichtet worden?

Welche Freiräume bietet die Drehbuchlehre, in denen die blinden Flecken der Dramaturgie geklärt und über zeitgemäße Veränderungen des Erzählens diskutiert wird?

Inwieweit sehen Filmschaffende überhaupt einen Bedarf, sich über gängige Erfahrungen hinaus weiterzubilden und als lebenslang Lernende zu begreifen?

Welche Methoden und Ansätze könnten die Grundlage einer soliden und zeitgemäßen Drehbuchlehre sein?

Gibt es zur Zeit auch neue Ansätze der Übermittlung filmischer Erzählung?

Es gibt auf jeden Fall viele Fragen.

Es gibt auch jede Menge Grundkurse, Autorenschulen, Werkstätten und dazu in der Regel mehrjährige Drehbuch-Studiengänge an den Filmhochschulen. Seit den späten 80er Jahren gibt es für Stoffentwickler und solche, die es werden wollen, eine große Zahl von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die deutschen Autoren und Dramaturgen können sich umfängliches Know-how aneignen.

So scheint es zumindest.

Schaut man genauer hin entsteht der Eindruck, dass immer wieder nur dasselbe ›Basiswissen für Einsteiger‹ gelehrt wird: want, need, Drei-Akt-Modell, Figurenentwicklung und Dialoggestaltung werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. So auch der Inhalt unzähliger Handbücher, die seit einigen Jahren von der großen Erfahrung etablierter Stoffentwickler berichten. Wissenschaftliche Detailarbeit oder gründliche Analysen sind rar .

Für eine Annäherung an praktisches Schreibens ist das sicher sinnvoll. Doch was passiert, wenn Autoren, Dramaturgen, Producer, Produzenten die ersten Hürden genommen haben? Vielleicht reichen die erworbenen Kenntnisse aus und der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Praxis, die sich jeder alleine aneignet. Darüber schreibt man am besten ein Handbuch und behauptet das Rad des Filmerzählens neu erfunden zu haben.

Lehre und Weiterbildung sollten nicht nur Wissen weitergeben, sondern auch den Erfahrungsaustausch einschließen, als eine Grundlage der Erforschung und Entwicklung des Films als Kulturmedium.

Das Panel beschäftigt sich also mit der Frage, was und wie Stoffentwickler lernen und was und wie sie lernen sollten, um den Anforderungen des Filmgeschäfts und den Bedürfnissen der anvisierten Zuschauer zu genügen.

Es diskutieren:

Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, die in ihrem »Handbuch der Filmdramaturgie« einen Überblick über die Entstehung dramaturgischen Wissens bis zu neusten Strömungen gibt und Professorin für AV-Mediendramaturgie/-Ästhetik an der HFF in Potsdam ist.

Oliver Schütte, der von »Step by Step« bis zum »Scriptforum« unterschiedlichste Drehbuchprogramme, -seminare und -konferenzen in Deutschland ins Leben gerufen, organisiert und durchgeführt hat.

André Georgi, der in seinem Aufsatz »Old School/New School« die aktuellen Strömungen der amerikanischen Drehbuchdramaturgie erfasst und nach langem Lehren heute vor allem als Autor tätig ist.

 

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