Programm 2009 / Welche Storys braucht das Land?

8.0 | Welche Storys braucht das Land?

Dramaturgie als Wertschöpfung zwischen Kunst und Kommerz

Club | 17.30 - 19.00 Uhr

Der deutsche Kinofilm zeichnet sich durch eine extreme Spannweite aus: hier die vielen ernsten, ambitionierten, aber an der Kinokasse nur selten wirklich erfolgreichen Dramen; dort die noch selteneren, aber oft kapitalen Komödien-Erfolge. Welche Rolle spielt dabei die Dramaturgie? Gibt es eine Dramaturgie für die Kunst und eine andere für den Kommerz? Und gibt es Brücken über diesen Graben?

PANELDISKUSSION
Keynote/Moderation: Roland Zag, Dramaturg, the human factor (VeDRA)

Diskussion:
Dennis Gansel, Autor/Regisseur, »Die Welle«, »Napola«, »Mädchen, Mädchen«
Ines Häufler, Dramaturgin/Script Consultant (VeDRA)
Christoph Müller, Produzent, »Sophie Scholl«, »Soloalbum«, »Whisky mit Wodka«
Martin Rauhaus, Autor; »Winterreise«, »Polly Blue Eyes«, »Long Hello and Short Goodbye«
Andrea Willson, Creative Producer/Verleih; »Anatomie«, »Der Wixxer«, »Was tun, wenn’s brennt«, »Lila Lila«

 

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Deutsche Kinofilme müssen sich in einem Markt behaupten, der extreme Positionen umfasst: ambitionierten Dramen (Yella, Der alte Affe Angst), die aber an der Kinokasse selten Erfolg haben, stehen kapitalen Komödien-Erfolge gegenüber (Keinohrhasen; Schuh des Manitu). Dazwischen liegen, so scheint es, Welten.

Funktionieren diese Kontraste mit vergleichbaren erzählerischen Mustern? Spielt professionelle Dramaturgie in diesem Kontext eine Rolle, und wenn ja, welche?

Folgen Filme mit künstlerischem Anspruch einer andere Dramaturgie als die kommerziellen Erfolge? Oder gibt es nicht doch trotz großer Distanz entscheidende Gemeinsamkeiten? Es ist ja kein Naturgesetz, dass der künstlerische Film nicht massen-attraktiv sein kann, und der Kassenhit nicht auch ernsthafte Themen behandeln kann. Filme wie »Goodbye Lenin« oder »Das Leben der anderen« wurden beiden Seiten gerecht, sie hatten mit Anspruch Erfolg. Aber was können wir tun, um das eine mit dem anderen zu verbinden? Kann also dramaturgische Arbeit der Qualität und gleichzeitig der Publikumsaffinität dienen?

In dieser Diskussionsrunde geht es um die Frage, ob einfache Rezepte, bestimmte Stoffe dem deutschen Kino überhaupt weiterhelfen können.

 

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