Programm 2009 / Auch Dekelsen muss sich ändern

4.1 | Auch Dekelsen muss sich ändern

»Der Landarzt« und sein Relaunch

Raum 1 | 13.30 - 15.00 Uhr

»Der Landarzt« ist mit bisher 237 Folgen eine der am längsten laufenden Fernsehserien in Deutschland. Seit 1987 finden die Ärzte aus Dekelsen mehr oder weniger ununterbrochen ihr Publikum. Und als mit Wayne Carpendale im Januar 2009 ein neuer Hauptdarsteller die Arztpraxis bezog, schnellten die Quoten sogar noch einmal nach oben. Wie sieht die Praxis der Stoffentwicklung einer solch lang laufenden Serie aus? Und welche Rolle spielen dabei über die Jahre das Publikum, die sich verändernde Gesellschaft und ihre Werte?

CASE STUDY
Diskussion: Roland Zag, Dramaturg, The human factor (VeDRA)
Dr. Rüdiger Hillmer, Dramaturg, Scriptbureau (VeDRA)
Daniel Keil, Dramaturg/Autor/Produzent, Novafilm
Kirsten Vogel, Producerin/Dramaturgin, Novafilm

 

FilmStoffEntwicklung-2009 auch-dekelsen-muss-sich-aendern

 

Im Gespräch mit Produzenten und Dramaturgen soll gezeigt werden, wie auf Seiten der Autoren die extrem langgestreckten Spannungsbögen gestaltet und dramaturgisch verwaltet werden. Die Arbeit an den Konflikten und Lösungen, Haupt-Plots und Sub-Plots soll anhand von Beispielen demonstriert werden. Wichtig ist dabei auch die Verteilung der Rollen zwischen Autoren, Dramaturgen und Head-Writern, der Zeitdruck, die Möglichkeit zur kurzfristigen Anpassung .

Durch den Vergleich von Folgen aus über zwei Jahrzehnten lassen sich aber auch veränderte Sehgewohnheiten und der gesellschaftliche Wertewandel indirekt ablesen. Der Blick zurück in die Landarzt-Folgen aus den 80er-Jahren garantiert allein durch den historischen Abstand schon einen gewissen Unterhaltungswert.
Auch ist interessant, wie sich die Kommunikation zwischen den Machern und ihrem Publikum darstellt: Wie schnell reagieren die Zuschauer auf inhaltliche Veränderungen? Wie arbeitet das Herstellungsteam, um diese Reaktion zu berücksichtigen?

Anders gefragt: Wer sind eigentlich die wirklichen Urheber von langlaufenden Serien? Die Autoren, Dramaturgen und Dialogschreiber oder nicht zunehmend die Zuschauer selbst?!

 

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