Programm 2009 / Dramaturgie im Computerspiel und im Film

2.0 | Dramaturgie im Computerspiel und im Film

Club | 11.30 - 12.30 Uhr

Computerpiel und klassische Medien nähern sich einander immer stärker an, Spiele und Filme werden immer häufiger zusammen entwickelt. Und seit geraumer Zeit hat die Spielebranche die Filmindustrie umsatzmäßig überholt. Auch für Filmdramaturgen und Drehbuchautoren eröffnet sich hier ein neues Wirkungsfeld. Der Vortrag bietet eine Einführung in die Konvergenzen und Differenzen von Film- und Spieldramaturgie.

VORTRAG
Moderation: Vera Richter, Dramaturgin (VeDRA)
Keynote: Prof. Dr.Linda Breitlauch, Düsseldorf

 

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»Im Kino setzt man sich hin, sieht den Traum eines fremden Menschen und steht wieder auf. Alle sehen denselben Traum. Computerspiele sind interaktiv, jeder erlebt seine eigene einzigartige Geschichte.« (Spieleentwickler Peter Molyneux).

Computerspiele können die Realität nicht nur als künstliches, audiovisuelles Erlebnis erschaffen, sondern den Spieler in den durch das Programm vorgegebenen Grenzen zum Mitautoren und Helden einer Geschichte machen. Sie können dem Spieler die Möglichkeit anbieten, den Lauf von Geschichten, manchmal gar die Geschichte selbst mittels der hohen Zahl von möglichen Alternativen nach eigenem Ermessen zu erschaffen oder zu verändern. So entsteht bis zu einem gewissen Grad die Illusion der Wahlfreiheit und Selbstbestimmtheit des Handelns.

Mit Beginn des Computerzeitalters und der Entwicklung aufwändiger, teils spielfilmähnlicher und oft narrativer Computerspiele nähern sich das Spiel und klassische Medien aneinander an, Spiele und Filme werden immer häufiger zusammen entwickelt. Seit geraumer Zeit hat die Spielebranche die Filmindustrie umsatzmäßig überholt. Auch für Filmdramaturgen und Drehbuchautoren eröffnet sich hier ein neues Wirkungsfeld. Um neue und spannende Spielideen und interaktive Geschichten gestalten zu können, muss man die Gesamtheit der einsetzbaren Mittel und deren potenzielle Wirkungen kennen. Sie verbergen sich hinter Spiel- Erzähl- und Präsentationsstrukturen sowie ihrer jeweiligen Ausgestaltung mit dramaturgischen Mitteln wie beispielsweise Figurenführung, Handlungsablauf oder Zeit- und Raumorganisation. Der Vortrag bietet eine Einführung in die Konvergenzen und Differenzen von Film- und Spieldramaturgie.

Linda Breitlauch ist seit 2007 Professorin für Gamedesign an der MediaDesign Hochschule Düsseldorf. Während ihres Studiums Drehbuch und Dramaturgie an der HFF Potsdam erforschte sie die Dramaturgie von Computerspielen. Ihr Forschungs- und Lehrgebiet ist das Interactive Storytelling, in dem Konvergenzen der »alten Medien« (Film und Theater) und Computerspielen untersucht werden.

 

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