Programm 2009 / Filmisches Erzählen

1.1 | Der Buchmarkt als Quelle für filmisches Erzählen

Raum 1 | 10.30 - 11.30 Uhr

Der Buchmarkt ist unter vielen Gesichtspunkten eine etablierte, notwendige und unerlässliche Quelle für Filmgeschichten. Doch wie erkennt man gut verfilmbare Bücher? Und welche Schwierigkeiten ergeben sich immer wieder bei Adaptionen? Anhand ausgewählter aktueller Beispiele geben ein Dramaturg, ein Regisseur und ein Produzent Antworten aus ihrer jeweils spezifischen Sicht.

CASE STUDIES
Moderation: Volker Kellner, Producer, Ophirfilm (VeDRA)
Moderation: Norbert Maass, International Script and Sales Company (VeDRA)
Sabine Eckhard, Produzentin, Polyphon Film- und Fernsehges. Hamburg
Holly Jane Rahlens, Autorin, »Wie man richtig küsst«; »Max Minsky und ich«
Elke Brand, Dramaturgin/Agentin, Scripts For Sale (VeDRA)

 

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Einige der erfolgreichsten Produzenten allen voran Bernd Eichinger setzen fast ausschließlich auf Buchvorlagen. Ein Überblick über den Kino- und TV-Markt 2009 zeigt: auch weiterhin wird ganz entscheidend auf möglichst erfolgreiche, bereits bestehende Werke gesetzt. Nur wenige Originalstoffe setzen sich durch, wie zum Beispiel Das Leben der anderen, Vier Minuten oder Novemberkind.

Unter vielen Gesichtspunkten lässt sich zeigen, dass der Buchmarkt eine notwendige und unerlässliche Quelle für Filmgeschichten darstellt.

Zum einen bieten Romane, Novellen oder Kurzgeschichte eine bereits zur Geschichte verdichtete Realität, zum anderen hat diese Geschichte schon einmal bewiesen, dass sie von öffentlichem Interesse ist und ihre Leser bzw. Käufer gefunden hat. Provokativ könnte man nun fragen: Fungiert der Buchmarkt als Crash-Test für eine spätere Verfilmung des Stoffes? Ist der Romanleser eine Art Crash-Test-Dummie für die Qualität einer Story? Doch was besagt das Ergebnis eines solchen Tests? Die ansehnliche Zahl gefloppter Romanadaptionen beweist, dass der Buch-Erfolg nicht unbedingt garantiert, dass die vorhandene Leserschaft, die bei einem Millionseller bzw. Roman-Dauerbrenner ja theoretisch vorhanden ist, auch tatsächlich den Weg ins Kino findet.

Die vermeintliche Sicherheit in der sich Produzent, Fernsehsender, Autor und Regisseur wiegen können, steht deshalb auf wackeligen Füßen, weil sich literarische Vorlagen (selbst einige Bestseller) nur sehr unterschiedlich für eine Verfilmung eignen. Insofern stellt sich die entscheidende Frage, welche Kriterien ein Buch zu erfüllen hat, um als gut geeignete Vorlage zu dienen. Wie erkennt man gut verfilmbare Bücher? Welche Schwierigkeiten ergeben sich immer wieder bei Adaptionen?

Zwar mag es allgemeingültige Antworten auf diese Fragen geben, doch ist gerade die Anwendung auf den Einzelfall die Herausforderung insbesondere auch für Dramaturgen und Lektoren: Wo erklärt man ein Buch zu früh für nicht Erfolg versprechend, wo erliegt man zu leichtfertig der Hoffnung auf die Widerholung des großen Publikumserfolgs im Kino?

Dass hier jeder Produzent, Drehbuchautor, Regisseur bzw. Verlagsvertreter und Buchautor von sehr unterschiedlichen Erfahrungen berichten kann, zeigt uns deutlich, dass es stets auf die individuelle Prüfung des Stoffes ankommt. Oft dreht sich dabei auch Vieles um die heikle Frage, inwieweit man vom bestehenden Stoff abweichen darf, um die Essenz zu fassen, die den Leser faszinierte. So werden in der Filmbranche wie im Buchmarkt immer öfter spezialisierte Dramaturgen in die Entscheidungsprozesse integriert.

Die Moderatoren diskutier an aktuellen Beispielen mit ihren Gästen, wo die Trends, Chancen, Probleme bezüglich der Adaption und Vermarktung liegen.

 

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