Programm 2009 / Seriendramaturgie in Deutschland

1.0 | Die Praxis der Seriendramaturgie in Deutschland

Club | 10.30 - 11.30 Uhr

Fernsehserien gehören seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten fiktionalen Erzählformaten. In den letzten Jahren wurden in Deutschland besonders häufig innovative amerikanische Formate diskutiert und zum Teil zum Vorbild für eigene Entwicklungen genommen? Häufig mit geringem Erfolg beim Publikum? Dabei gibt es erfolgreiche deutsche Serien. Aber wie sieht die erfolgreiche deutsche Serie aus? Und: Warum schauen viele eher auf sie herab, als dass sie sie überhaupt ansehen?

DISKUSSION
Moderation: Dr. Rüdiger Hillmer, Dramaturg, Scriptbureau (VeDRA)
Keynote: Dr. Dennis Eick, Autor/Dramaturg, HFF Konrad Wolf, Potsdam

FilmStoffEntwicklung-2009 Praxis-der-Seriendramaturgie-in-Deutschland

 

Ein Gespenst geht um in unserem Land: das Gespenst der erfolglosen deutschen Serie. Reihenweise scheinen die Sender in den letzten Jahren fiktionale Serien ins Programm gehievt zu haben, die offenbar ebenso reihenweise vom werten Publikum mit Missachtung gestraft wurden. Von den ANWÄLTEN über DR. MOLLY UND KARL bis zur KLINIK AM ALEX wurden in den letzten Monaten zahlreiche hoffnungsvoll gestartete neue Serien vorzeitig abgesetzt. Erst in den zurückliegenden Wochen gelang RTL mit der zweiten Staffel von DOCTOR'S DIARY und LASKO augenscheinlich der Beweis, dass es gelingen kann, sein Zielpublikum auch mit im eigenen Land produzierten fiktionalen Serien zu erreichen.

Eine zeitlang schien das Heil darin zu liegen, erfolgreiche Serienkonzepte aus den USA zu adaptieren. Und die US-Majors trauen sich zu, diese Strategie nun in Deutschland selbst zu verfolgen. Doch bisher kam das weder bei der Kritik noch beim Publikum sonderlich gut an.

Viele kluge Köpfe haben sich Gedanken über das Phänomen gemacht, warum deutsche Zuschauer so ungern deutsche Serien sehen.

Aber stimmt diese einfache These überhaupt?

In unserem Werkstattgespräch wollen wir das Pferd von vorn aufzäumen. Denn es gibt ja durchaus in Deutschland produzierte Serien, die bei ihrem deutschen Publikum erfolgreich sind. Das bezieht sich sowohl auf das Vorabend- wie auf das Hauptabendprogramm.

Welches Publikum erreichen diese Serien? Welches Publikum sollten sie erreichen? Wie werden diese Serien von der veröffentlichten Kritik wahrgenommen? Wissen wir also, was die deutschen Zuschauer in einer deutschen Serie sehen wollen?

Ein weiterer Aspekt betrifft die Stoffentwicklung. Wie werden diese Serien entwickelt? Wie arbeiten die am Prozess der Stoffentwicklung Beteiligten zusammen?
Und wo liegt im Bereich der Stoffentwicklung das Potenzial? Sind wir professionell genug? Was erfordert die Entwicklung eines Serienformats von den Beteiligten?

 

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